Change Ringing
CutQuitenoise
← backAuf Cut, dem feinen von Jason Kahn geführten Label mit den wunderbaren Pappkarton-Covers, erscheint der finale Teil von Olivia Blocks CD-Trilogie, die vor mittlerweile acht Jahren gestartet wurde. Insgesamt fünfzehn beteiligte Musiker listet der Beipackzettel, eine ganze Menge – vor allem wenn man die CD zum ersten Mal hört, denn der primäre Eindruck ist schon eher minimal denn orchestral. Doch Olivia Block ist durchaus an Subtilität und Nuancen gelegen und so entfalten die zwischen kammermusikalischen Gesten, abstrakter Elektronik und Field Recordings umherwandelnden Klangskizzierungen ihre ganze Dichte erst nach wiederholtem Hören, zu dem auch die angenehme Spieldauer von ziemlich genau einer halben Stunde einlädt. Diese beginnt in bester lowercase-Tradition unauffällig aber detailreich, was ich als konzentrationsfördernden Einstieg durchaus begrüße, bevor sich in weiterer Folge verschiedenartigste elektronisch generierte Sounds – von gemächlichen Noiseflächen, digitalen Knack- und Knistergeräuschen bis hin zu subsonischem Wummern – zu delikaten ambienten Field-Recordings und den prägnanten Klangfarben der melodische Sternschritte ausführenden Rohrblatt- und Blechblasinstrumente gesellen. In den besten Momenten verschwimmen so beinahe unmerklich die Grenzen zwischen ‚echten’ Instrumenten und ‚künstlichem’ Sound aber auch zwischen experimenteller Improvisation und Komposition. Ein bemerkenswert ungewöhnliches Album.
– Tobias Bolt , Quitenoise