Olivia Block

Change Ringing

Cut

Bad Alchemy

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Change Ringing ist nach Pure Gaze (1998) und Mobius Fuse (2001, beide Sedimental Records) der dritte Teil einer Trilogie von OLIVIA BLOCK. Die heute in Chicago aktive Elektroakustikerin machte anfänglich in Austin, TX auf sich aufmerksam mit Projekten wie The Marble Index und Alial Straa mit Partnern wie Seth Nehil und John Grznich. Namen wie Nico, Eno, The Hafler Trio, AMM, Pauline Oliveros, Ellen Fullman oder Kaffe Mathews spannen, über bloßes Namedropping hinaus, ein Kraftfeld ihrer ästhetischer Anstöße. Ihr Streben gilt einer Vermittlung von Natur und Kunst, Organischem und Anorganischem, Beseeltem und Materiellem, Gänsefüßchen jeweils implizite. Aus Fieldrecordings und Samples von Instrumentalklängen entwirft sie bei Change Ringing eine Klanglandschaft, die langsam sich in Raum und Zeit hinbreitet. Eingebacken in das sanft rauschende, dunkel und unregelmäßig gewellte Gedröhn, das aber dann doch auch harsch aufbraust und krachig prasselt, sind sonore Atemzüge von Posaunen, Oboe, Klarinetten & Bassklarinetten, Stimme, Saxophonen, Trompete und Viola und der Klingklang von Percussion und Glocken, u. a. geliefert von so bekannten Leuten wie Jeb Bishop, Kyle Bruckman, Liz Payne oder Bhob Rainey. Aber dieser nur vage menschliche Faktor verschmilzt mit dem mikrophonen Outdoorwetter, mit Regengetröpfel, Vogelstimmen und Grasnarbengeflüster. Wieviel davon dem Laptopspeicher entfleucht, sei dahin gestellt. Wenn man so will, dann sind die in den spezifischen Klangfarben der genannten Holz- und Blech-, Reed- und Stringinstrumente wohlklingenden Haltetöne, die kurz vor Schluss sich zu einem kurzen Chorus vereinen, die musikalische Software, die die environmentale Hardware in Blocks ‘Natur-Bild‘ ‚beseelt‘.

–  Rigobert Dittmann , Bad Alchemy